Intuition - Mehr als nur ein Bauchgefühl

Wer das Wort Intuition (lat.= intueri = ansehen, betrachten) hört, verbindet damit meist die weibliche Intuition, oder? Eigentlich hat schon jeder mindestens einmal in seinem Leben intuitiv entschieden und dem Bauchgefühl vertraut. Intuition ist gewissermaßen eine innere Stimme oder ein Gefühl. Sie führt unbewusst zu einer Entscheidung. Oft können die Befragten hinterher gar nicht genau sagen, warum sie eine Entscheidung so und nicht anders getroffen haben. Es hat sich eben richtig angefühlt. Häufig wird die Intuition auch als irrational abgetan. Denn das rationale Denken steht der Welt der Gefühle irgendwie gegenüber: alles ist schließlich logisch erklärbar - oder sollte es sein. Wer aber nun glaubt, Intuition sei das Gegenteil von Rationalität, der liegt falsch.

 

Auf die richtige Zusammensetzung kommt es an

Man könnte behaupten: Intuition erwächst aus Erfahrungen. Eine intuitive Entscheidung ist ein kognitiver Vorgang, bei dem unmittelbare oder vergangene Eindrücke direkt - ohne großes Nachdenken - zu einem Ergebnis verarbeitet werden. Wie geht das? Alles, was der Mensch sieht, hört, riecht, fühlt und schmeckt, nimmt er bewusst oder unbewusst auf und wandelt es in Erfahrungen um. Diese werden dann im Gehirn abgespeichert. Trifft man nun in einer bestimmten Situation eine intuitive Entscheidung, nimmt man seine gemachten Erfahrungen zur Hilfe. Aber Vorsicht: Hat sich die Entscheidung später als richtig herausgestellt, war es die Intuition. Lag man falsch, sagt man meist, man habe einfach einen Fehler gemacht. Das heißt: Ohne eine Balance aus bewusstem, kritischem Nachdenken und Gefühl geht es dann auch nicht.

 

 

 

 

 

Entscheidungsprozesse aus dem Bauch heraus - nichts Neues in der Arbeitswelt!

Der Mensch trifft im Durchschnitt 50 – 200 Entscheidungen am Tag. Zwar haben diese Entscheidungen nicht immer eine große Tragweite (z.B. Wahl des Essens), aber wenn wir dennoch bei allen Entscheidungen, die wir treffen müssen, alle Vor- und Nachteile abwägen müssten, würden wir über das Ziel hinausschießen. Also entscheiden wir bei den meisten Sachen einfach intuitiv, mithilfe der Erfahrungen, die wir zuvor gemacht haben. Dies kann durchaus von Vorteil sein: Besonders, wenn es schnell gehen muss, bleibt oftmals nicht viel Zeit zum Nachdenken. Wir müssen in solchen Situationen gefühlsmäßig entscheiden. In der Arbeitswelt müssen Top-Manager meistens in kürzester Zeit sehr viele Entscheidungen treffen. Natürlich wäre es (vor allem bei wirtschaftlichen Entscheidungen) unprofessionell, wenn diese ihre Entscheidungen damit begründen würden „das habe ich im Gefühl“. Doch tatsächlich ist dies nicht selten der Fall. Die meisten Entscheidungen werden unbewusst aus dem Bauch heraus getroffen - und später erst gerechtfertigt. Eine Studie des schwedischen Wissenschaftlers Jon Aarum Andersen, der diese bereits 1999 durchführte, besagt: 32% der Manager entscheiden mithilfe ihres Bauchgefühl. Kaum vorstellbar, aber wahr. Der direkte Erfolg durch diesen Entscheidungsstil kann jedoch nicht gemessen werden, aber ist dennoch sichtbar: Manager, die ihrer Intuition folgen und ihre Erfahrungen kritisch und logisch reflektieren, sind im Unternehmen am erfolgreichsten.

 

Hör auf dein Bauchgefühl!

Wenn also auch du das nächste Mal vor einer wichtigen Entscheidung stehst, sei es, welchen Masterstudiengang du machen willst, welchen Berufszweig du wählen solltest oder ob du dich mal ins Ausland wagst – hör ein bisschen mehr auf dein Bauchgefühl und entscheide intuitiv! Aber hey, das heißt nicht, dass du deinen Kopf, sprich dein rationales Denken, dann ausschalten kannst!