Masterstudium, top oder flop?

Masterstudium, top oder flop?

Da hat man endlich den Bachelor in der Tasche und soll im Anschluss noch weitere zwei Jahre (minimum!) die Unibank drücken? Viele Studenten stellen sich deswegen die Frage “Brauche ich den Master überhaupt oder habe ich auch so Chancen auf dem Arbeitsmarkt?”

 

Auf das Berufsziel kommt es an

Nein, nicht jeder Bachelor-Absolvent muss noch einen Master dranhängen, um Chancen auf einen Job zu haben. Es kommt darauf an, in welchem Berufsfeld man arbeiten will. Es gibt Bereiche, in denen der Master wirklich entscheidend ist. Und Unternehmen diesen Abschluss wirklich erwarten.

Tatsächlich gibt es in Deutschland noch viele Berufe, für die ein Master Voraussetzung ist.  Lautet Dein Traumberuf Lehrer, Anwalt oder Arzt? Dann kommst Du um einen Master einfach nicht herum.
Gleiches gilt für Forschung, Entwicklung und Wissenschaft.  Ebenso bei den Naturwissenschaften. Dort wird definitiv eine Promotion erwartet, und für die braucht man eben den Master.

Für viele andere Fachrichtungen und Berufe ist ein Bachelor allerdings völlig ausreichend - schließlich handelt es sich beim Bachelorstudiengang um ein vollwertiges Studium, welches Methodenkompetenzen und grundlegende wissenschaftliche Inhalte vermittelt und somit die Absolventen zu vielen Berufen qualifiziert. So ist zum Beispiel in der Wirtschaft ein Master nicht immer Voraussetzung, um einen Job zu bekommen. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen berufsbegleitend gezielt weiterbilden und gute Mitarbeiter weiter fördern.
Auch die Medienbranche tickt anders. Hier ist ein Bachelorstudium vollkommen ausreichend - der Fokus liegt in diesem Bereich häufig auf Praxiserfahrungen und Arbeitsproben.

 

Money, money, money

Das erste "richtige" Gehalt macht richtig Spaß. Für manche ist das höhere Gehalt ein entscheidender Grund, direkt einen Master dranzuhängen. Doch stimmt das wirklich?
Tatsächlich ist es so, dass Masterabsolventen in der Gehaltsstruktur oftmals anders eingestuft werden. Allerdings können Bachelorabsolventen, z.B. mit einer Auslands- oder weiteren Berufserfahrung ebenfalls ein gutes Gehalt erzielen.
Wirft man einen Blick auf das Gehalt in den unterschiedlichen Bereichen, wird schnell klar: der  Master bringt mehr Kohle! Allerdings sind die Gehaltsunterschiede nicht überall gleich groß. In der Luftfahrt und im Bankenwesen verdienen Absolventen mit einem Master über 20 Prozent mehr als ihre Kollegen mit einem Bachelor. In Medienberufen sind es elf Prozent, in Werbung und PR neun Prozent: https://www.welt.de/print/die_welt/finanzen/article153692105/Wo-sich-ein-Master-auszahlt.html

 

Hoch lebe das Gap Year!

Der Bachelor ist in der Tasche, und nun? Immer mehr Absolventen entscheiden sich für eine Orientierung nach dem Bachelor: Das Gap Year!
Es ist eine ideale Alternative für Absolventen, die unentschlossen sind.
Es dient zur Selbstfindung und hilft, die eigene Perspektive zu definieren. Gestalten kann man es nach eigenen Interessen, wichtig ist nur, das Jahr zu nutzen, um bei zukünftigen Bewerbungsgesprächen die Lücke im Lebenslauf geschickt rechtfertigen zu können.
Beliebte Tätigkeiten im Gap Year sind: Work And Travel, Praktika (Ausland und im Inland) oder soziales Engagement im Sinne von einem Freiwilligen Sozialen Jahr in Deutschland oder auch im Ausland. Manche Studenten entscheiden sich auch für ein Auslandsjahr an einer internationalen Uni oder jobben im Ausland. Das bringt Erfahrung und bessert die Sprachkenntnisse auf.
Das schöne am Gap year ist - für jeden ist etwas dabei und nichts wird einem aufgezwungen!

 

Beruf und Studium müssen sich nicht ausschließen

Viele Unternehmen bieten Absolventen sogar einen berufsbegleitenden Master an. Sie setzen ein Thema und fördern dabei auch finanziell.
Ein berufsbegleitendes Studium ermöglicht es Berufstätigen, neben dem Beruf zu studieren. Ein berufsbegleitendes Studium ist meist so organisiert, dass es auch mit einer Berufstätigkeit in Vollzeit vereinbar ist.

 

Alles kann, nichts muss!

Stell dir selbst die Fragen: Was macht mir Spaß, wo will ich hin? Vielleicht reicht für meine beruflichen Pläne ja auch der Bachelor aus?
Die Arbeitgeber sind hier aufgeschlossener, als die Absolventen häufig denken. Wer aber über einen gewissen wissenschaftlichen Enthusiasmus verfügt und Lust verspürt, sich in ein Thema zu vertiefen, für den ist ein Master das Richtige.
Nimm Dir Zeit für Deine Entscheidung und behalte immer im Hinterkopf: Alles kann, nichts muss!
Egal für welchen Weg Du dich entscheidest - wichtig ist: Gehe Deinen eigenen, denn ein Rezept für eine erfolgreiche Karriere gibt es nicht - am Ende zählt vor allem, welche Leistung ein Mitarbeiter bringt und nicht welchen Abschluss er mal gemacht hat.
 

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