SCHÖNER WOHNEN: IHRE RECHTE ALS MIETER

Oft ist es gar nicht so einfach, mit dem Vermieter zurechtzukommen. Vor allem gegen Studenten herrschen so manche Vorurteile:

Sie gelten als zu laut, zu unruhig, unordentlich. Wenn Ihr Vermieter Ihnen das Leben auch schwer macht, sollten Sie sich zur Wehr setzen. Doch bevor es zum Streit kommt, sollten Sie ganz sicher sein, was Sie dürfen und was nicht.

Hier finden Sie die vier wichtigsten Tipps:

 

Party & Co.

Fangen wir mit dem Wichtigsten an. WG-Party! Als Student hat man immer etwas zu feiern, ob das nun die bestandene Klausur ist, das Ende des Semesters, ein Geburtstag oder einfach das Leben. Studentenzeit ist Partyzeit. Leider wird Ihr Vermieter das anders sehen und das ist auch sein gutes Recht. Denn es gilt: ab 22 Uhr ist überall Nachtruhe, 365 Tage im Jahr. Das schreiben die Landes-Immissionsschutzgesetze so vor, in NRW z. B. § 9 des Landes-Immissionsschutzgesetzes (LImschG).

Wenn Sie dennoch länger die Puppen tanzen lassen wollen, nehmen Sie Ihre Nachbarn doch einfach dazu. Gehen Sie am besten persönlich vorbei oder werfen einen Zettel in die Briefkästen. Wenn das nicht jeden Abend so ist, werden sie bestimmt nichts dagegen haben.

 

Zweitschlüssel

Sie stehen morgens auf und Ihr Vermieter steht auf einmal in Ihrer Küche? Dann gilt das als Hausfriedensbruch nach § 123 Strafgesetzbuch (StGB). In diesem Fall sind Sie sogar berechtigt, den Mietvertrag fristlos zu kündigen. Kein Vermieter oder Hausmeister darf ohne das Wissen des Mieters einen Zweitschlüssel haben – auch nicht für Notfälle – und sich damit Zugang zu Ihrer Wohnung verschaffen. Es reicht völlig aus, wenn Sie einen Zweitschlüssel bei einem Nachbarn oder Freund deponieren und (freiwillig) Ihren Vermieter darüber informieren. Sie müssen diese Information aber nicht herausgeben. Weigert sich Ihr Vermieter, Ihnen den Zweitschlüssel auszuhändigen, dann können Sie als Mieter sogar unter Umständen die Schlösser austauschen lassen.

 

Besichtigungsrecht

Ein generelles Wohnungsbesichtigungsrecht für den Vermieter gibt es nicht. Ein Besichtigungsrecht des Vermieters besteht nur dann, wenn sachliche Gründe vorliegen. In folgenden Fällen darf der Vermieter, selbstverständlich nur nach Ankündigung und mit Erlaubnis, die Wohnung betreten (§ 242 BGB) :

  • um die Wohnung Kaufinteressenten zu zeigen,
  • zur Vorbereitung von Modernisierungs- bzw. Instandhaltungsmaßnahmen,
  • zur Erforschung einer Schadensursache,
  • bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte für drohende Schäden,
  • bei begründetem Verdacht der vertragswidrigen Nutzung (z. B. unerlaubte Tierhaltung),
  • zum Ablesen der Messvorrichtungen,
  • zum Vermessen der Wohnung,
  • um die Wohnung potenziellen Nachmietern zu zeigen, sofern das Mietverhältnis gekündigt wurde.

In allen Fällen ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Bei dringenden Handwerksarbeiten reicht eine Vorlaufzeit von 24 Stunden, Termine für Besichtigungen sollten zwei bis drei Tage vorher angemeldet werden.

Dauer- und Massenbesichtigungen müssen Sie aber nicht akzeptieren. Es reicht völlig aus, wenn Sie sich einen Besichtigungstermin mit max. 3-4 Interessenten in der Woche freihalten.

 

Untermieter

Sie absolvieren ein Praktikum in einer anderen Stadt, machen ein Auslandssemester, sind in den Semesterferien nicht da und suchen einen Untermieter für Ihr Zimmer? Dann sollten Sie erst mit dem Vermieter sprechen. Denn dafür brauchen Sie seine Erlaubnis. Wenn Sie allerdings die Absicht haben, Ihre Wohnung insgesamt an einen Dritten zu vermieten, kann der Vermieter ablehnen.

Wenn der Hauptmieter auszieht, haben die Untermieter grundsätzlich auch kein Wohnrecht mehr. Was kann man dann tun? Die Vereinbarung einer „Eintrittsklausel“  sorgt dafür, dass der Hauptmietvertrag zugunsten des Untermieters verändert wird. Er kann dann in der Wohnung als Hauptmieter bleiben.

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