Superfoods - durch Nahrung die Leistung im Studium steigern?

Superfoods liegen voll im Trend. Sowohl in Foodblogs als auch Livestyle-Magazinen, dreht es sich um Früchte mit einem besonderen, gesundheitlichen Nutzen.

Doch was ist drin in diesen “Früchtchen”? Diesem Geheimnis ihrer leistungssteigernden Wirkung werden wir in diesem Artikel auf den Grund gehen. Übrigens, es gibt auch gute, preisgünstige einheimische Superfoods als Alternative.

 

Die These

Regelmäßig lässt sich beobachten, dass die besondere Wirkung einer exotischen Beere oder Wurzel neu entdeckt wird. Dieser Trend schwappt dann auf den europäischen Markt. Die Senkung des Herzinfarktrisikos oder Cholesterinspiegels, eine schnelle Gewichtsabnahme oder gesteigerte Konzentrationsfähigkeit wird versprochen. Den Wunderwirkungen sind scheinbar keine Grenzen gesetzt.

 

Der Trend

Die Lebensmittelindustrie nimmt diesen Trend dankbar auf und trommelt auf sämtlichen Marketingkanälen, um die besondere Wirkung eines neuentdeckten Superfoods im neuen Joghurt oder Müsli lautstark zu bewerben. Auch wenn der Hype um „Superfrüchte“ und „Superfoods“ teilweise umstritten ist, reagiert der Großteil der Konsumenten nach wie vor sehr positiv auf diese Begriffe und glaubt den Versprechungen,  ohne kritisch nachzufragen. Die Wenigsten wissen, dass z.B. schon die geringe und damit nahezu wirkungslose Beimischung eines Superfood-Bestandteils genügt, um ein Lebensmittel mit diesem Etikett bewerben zu dürfen. Oft werden die werbewirksamen Eigenschaften hervorgehoben und Bestandteile wie z.B. ein hoher Fett- oder Zuckeranteil verschwiegen. Und mal ganz  im Ernst: wird eine Tafel Vollmilchschokolade gesünder, nur weil sie mit Gojibeeren gespickt ist?

 

Lange Importwege - Fluch oder Segen?

Ein großes Problem der importierten Superfoods ist die Belastung des Ökosystems. Schaden lange Transportwege dem  Zustand der Früchte nach einer solchen Reise?  Wie wir uns nach einem Flug nach Südamerika fühlen, wissen wir. Insofern können wir uns vorstellen, wie frisch ein Lebensmittel nach solch einer Reise sein muss. Es sei denn, es wurde vorab getrocknet oder anderweitig konserviert. Das bedeutet in vielen Fällen zu einem Verlust der wertvollen Inhaltsstoffe. 

Einheimische Alternativen gegen freie Radikale?

Zum Glück hält unsere einheimische Pflanzenwelt eine ausgesprochen große und preislich erschwingliche Auswahl an Alternativen für uns bereit.

Betrachten wir den momentanen Superstar unter den Wunderfürchten, die Açaibeere. Hierbei handelt es sich um eine kleine blaue Beere, die optisch sehr der Heidelbeere ähnelt. Sie soll unter anderem Krebs heilen, schlank machen, Falten reduzieren und vor Herzkrankheiten schützen. Eine besondere Eigenschaft ist ihr Gehalt an Anthocyanen, einem Antioxidant, das die Körperzellen von freien Radikalen befreit.

Freie Radikale im Körper sind der Ursprung vieler körperlicher Beschwerden. Sie greifen gesunde Zellen an und können sie sogar komplett außer Gefecht setzen. Je mehr Zellen eines Organs mit freien Radikalen belastet ist, desto schlechter ist dessen Gesamtzustand. Deshalb ist es so wichtig, mit Antioxtidantien gegenzusteuern, da auch die Fitness unseres Gehirns auf dem Spiel steht.

 

Was der heimische Markt bietet

Während die Mehrheit der Bevölkerung zu internationalen Superfoods greift, werden günstige, heimische Alternativen als Quellen wertvoller Antioxtidantien komplett vernachlässigt: Rotkohl, rote Trauben, Holunder, schwarze Johannisbeeren oder Sauerkirschen sind wahre Superfoods aus dem heimischen Garten, mit dem einzigen Nachteil: sie besitzen keinen exotischen Ruf, sind aber trotzdem sehr gesund.

 

Chia-Samen oder Leinsamen?

Ein weiteres Superfood sind Chia-Samen. Für die Maya waren Chia-Samen ein Grundnahrungsmittel mit Heilwirkung. Sie enthalten unter anderem Kalzium, Kalium, Eisen, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren und sind daher eine echte Wunderwaffe, wenn es um das Thema gesunde Ernährung geht. Während jedoch 1 KG dieser Samen mit ca 12 Euro zu Buche schlägt, gibt es die Leinsamen als günstige Alternative, bereits für rund 4 Euro pro Kilo. Auch sie bieten reichlich ungesättigte Fettsäuren und sind für eine gesunde Verdauung und ein daraus resultierendes gutes Körpergefühl hervorragend geeignet. Die Leistung unseres Gehirns lässt sich durch ungesättigte Fettsäuren steigern, da sie für besonders durchlässige Membrane sorgen.

 

Portulak für starke Nerven und gute Augen

Viele Untersuchungen zeigen, dass es jedoch nicht nur auf die einzelnen Substanzen ankommt, sondern die gesunde Mischung letztlich die Wirkung ausmacht und unserem Körper guttut. So sollte z.B. auch Portulak unseren Speiseplan bereichern. Das Blattgemüse lässt sich das ganze Jahr, selbst im Balkonkasten, züchten und stärkt das Nervensystem und die Sehfähigkeit.

 

Radiccio für mehr Konzentration

Auch der beliebte Radiccio-Salat kann zu Recht als Superfood bezeichnet werden. Zu seinen Inhaltsstoffen gehören Vitamin A, Vitamin C, Vitamin B1, Vitamin B2, Niacin, Vitamin E, Folsäure, Kalzium, Kalium, Eisen, Magnesium, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Wer vor einer heißen Prüfungsphase oder einer anstregenden Arbeitswoche sein Immunsystem stärken möchte, trifft mit einer Radicciopfanne die richtige Wahl. Viele Vitamine begünstigen die Bildung von Botenstoffen im Gehirn, unterstützen direkt beim Denken oder erhöhen die Zahl der Neurotransmitter und fördern so die Übertragung von Reizen zwischen den Nervenzellen. Fügt man der Pfanne noch ein paar Mohrrüben hinzu, werden zusätzlich Vitalstoffe konsumiert, die Botenstoffe im Gehirn aktivieren und die Aufnahmefähigkeit beim Lernen erheblich begünstigen.

 

Grüner Tee stärkt Konzentration und Energie

Grüne Teesorten sind sehr empfehlenswert, da das beinhaltete Theanin als echtes, ideales Hirndoping fungiert. Die Leistungsfähigkeit des Gehirns wird deutlich gesteigert, während sich Stresssituationen viel gelassener bewältigen lassen.

Und sollte das einmal nicht ausreichen, kann man sich immer noch schnell ein Stück Schokolade gönnen oder einen großen Cafe Latte trinken. Zucker und Koffein geben schnell - aber leider nur kurzfristig - einen spürbaren Konzentrationsschub.

 

Einfach Ausprobieren!

Es ist erwiesen, dass die richtige Wahl der Lebensmittel einen grossen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit hat und dementsprechend die Leistung gezielt gesteigert werden kann. Auch ausreichend Wasser zu trinken, wirkt sich positiv aus, da unsere Nervenzellen und unser Gehirn zum größten Teil aus Wasser bestehen. Wer jedoch langfristig sein Gehirn stärken möchte, für den ist eine gesunde ausgewogene Ernährung die Grundlage. Nüsse, Fisch und einheimische Superfoods!

 

Die Liste der einheimischen und günstigen Superfoods ist lang und steht - was die Inhaltstoffe und ihre Wirkungen betrifft - den exotischen Konkurrenten in nichts nach. Wer sich also ausgewogen ernährt, kann nicht nur Wohlbefinden und Leistung steigern, sondern schont auch noch Geldbeutel und Umwelt.

Ausprobieren lohnt sich!

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