7 Dinge, die du in einem Vorstellungsgespräch niemals sagen solltest

Das Vorstellungsgespräch: Dos and Don’ts beim Kennenlernen

Oh ja, so eine Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch ist aufregend! Aber auf jeden Fall ist es ein Grund zur Freude, denn du hast die erste Hürde genommen und darfst den potentiellen Arbeitgeber persönlich von dir überzeugen – YAY! 

Jetzt will die Personalabteilung wissen, wie du wirklich tickst und ob du zu dem Unternehmen passt. Was du dir auf jeden Fall hinter die Ohren schreiben solltest: Die Entscheider wollen in einem Vorstellungsgespräch keine vorgefertigten Floskeln oder auswendig gelernten Phrasen hören. Sie wollen dich als Persönlichkeit kennenlernen. Neben den Hard Skills sind deshalb auch deine Soft Skills entscheidend. Der Arbeitgeber möchte herausfinden, wer sich bewirbt, also wie die Person als Mensch tickt und wie gut der sogenannte Cultural Fit ist – die Übereinstimmung von Handlungsweisen und Wertvorstellungen zwischen Arbeitgeber und Bewerber/innen. Was Soft Skills sind, wie man sie erlernen kann und was sie über dich verraten, erfährst du in diesem Beitrag.

 

Vorstellungsgespräch: Welche Fragen du lieber nicht stellst

Im Gespräch hangelt man sich wie ein Seiltänzer gekonnt von Frage zu Frage, von Aussage zu Aussage. Am besten ist man perfekt vorbereitet und weiß, was das Gegenüber hören möchte. Aber Achtung, es gibt ein paar dieser Sätze, die du in einem Bewerbungsgespräch never ever über deine Lippen purzeln lassen solltest! Verständlich, dass dich die ein oder andere Frage, oder besser gesagt Antwort, in diese Richtung wahrscheinlich brennend interessieren würde, aber im erstes Bewerbungsgespräch sind es einfach No-Gos! 

Wir haben mal eine Top 7 Liste erstellt mit Dingen, die du im Vorstellungsgespräch niemals sagen oder auch fragen solltest:

 

    1. Wie sieht es denn an der Urlaubsfront aus?
      Nun ja, direkt bei dem ersten Gespräch auf das Thema Urlaub zu kommen ist freundlich ausgedrückt schon etwas dämlich! Du willst den Entscheider doch von deinem Willen und Engagement überzeugen und da sollte das Thema Urlaub noch eine Pause einlegen. Ausnahme: Anders verhält sich dies beim Abklären von Rahmenbedingungen wie der Anzahl der Urlaubstage, wobei diese in den Gesprächen zur Vertragsverhandlungen besser aufgehoben sind!

    2. Muss ich viele Überstunden machen? Werden die bezahlt oder abgefeiert?
      “Hömma, ich arbeite meine 8 Stunden und dann ist Schlafenszeit für Rechner, Telefon und Kuli. Was juckt mich, was nach 17 Uhr passiert? Nicht mein Problem, ich habe meine Stunden geleistet und dann ist Ende im Gelände:” So in etwa könnte das bei deinem Gegenüber ankommen. Von daher: Das Thema Überstunden vorerst lieber ausklammern und an anderer Stelle die Rahmenbedingungen klären, nämlich bei der Vertragsverhandlung.

    3. Wie viel Gehalt ist denn drin?
      Den Zeitpunkt, wann das Thema auf den Tisch kommt, bestimmen allein die Gesprächspartner. Den ersten Schritt in diese Richtung machst du also nicht! In den meisten Fällen werden die Gehaltsverhandlungen erst im weiteren Verlauf, also einem zweiten oder dritten Gespräch geführt. Da geht es dann häufig um den Vertrag und die Rahmenbedingungen.

      Grundsätzlich ist das Thema Gehalt ein heikles Thema, auf das du dich wirklich ganz genau vorbereiten solltest. Hier ist eine gründliche Recherche unumgänglich. Du solltest dir einen Überblick verschaffen, welche Branche wie gut bezahlt, das ist tatsächlich unterschiedlich. Mach dich hier vorab schlau. Es hat auch zu tun mit deiner Ausbildung, deiner Position, der Region und der Unternehmensgröße. Mit Hilfe von Gehaltstabellen oder Gehaltsvergleichen kannst du dein Gehalt einordnen und deinen Marktwert überprüfen.

    4. Schaffe ich es Mittwoch nach der Arbeit zu meinem Handballtraining?
      Indirekt nach pünktlichem Feierabend zu fragen, kommt natürlich gar nicht gut an. Direkt bei dem ersten, persönlichen Kennenlernen das Thema “Überstunden” anzusprechen, sich also bei erster Gelegenheit danach zu erkundigen, erweckt leicht den Eindruck, genau das wäre dein Fokus. Dabei soll doch dein Interesse und Engagement für das Unternehmen im Mittelpunkt stehen. In der Regel kannst du aber davon ausgehen, dass privaten Abendveranstaltungen nichts im Wege steht.

    5. “Meine Schwäche? Ich bin ein Perfektionist “
      Puuuuuuuh Floskel-Alarm hoch 100, da stellen sich bei den Personalern sämtliche Nackenhaare hoch. Verständlicherweise! Im Jahr 2020 weiß so ziemlich jeder, dass es sich dabei um eine unechte Schwäche handelt, die einfach ganz nett verpackt werden kann. Schau doch mal hier, da haben wir ganz ausführlich über den Klassiker der Fragen im Vorstellungsgespräch geschrieben. Diese eine Frage nach Stärken und Schwächen und das Bewerbungsgespräch gehören nämlich zusammen wie Yin und Yang oder Hanni und Nanni und nur selten verlässt die eine die Räumlichkeiten ohne die andere!

    6. “Mein alter Chef war eine Katastrophe, ein absoluter Choleriker!”
      Alarm, Alarm! Eine wichtige Regel im Bewerbungsgespräch: Man sollte sich nicht negativ über den alten Chef oder die Kollegen äußern. Auch dann nicht, wenn der Personaler noch einmal geschickt nachfragt  – bloß nicht verführen lassen!
      Absolut verständlich, dass man seinem Ärger mal Luft machen möchte, wenn der Chef oder ein Kollege sich nicht korrekt verhält oder den Arbeitsalltag unerträglich macht. Aber für solche Themen ist der potenzielle neue Arbeitgeber nicht der richtige Ansprechpartner. Wenn sich ein Bewerber so richtig über den Arbeitgeber auslässt, rückt ihn das im Regelfall in ein schlechtes Licht und nicht andersrum. Denn wieso sollte dann der neue Arbeitgeber später von den fiesen Lästereien verschont bleiben?

    7. Ob ich noch eine Frage habe? Och nööö!”
      Es gilt: Keine Frage ist auch keine Lösung! Denn wer nicht fragt, der nicht gewinnt. Wenn du dich auf ein Bewerbungsgespräch vorbereitest, darfst du nicht nur über mögliche Fragen deines Gegenübers nachdenken, sondern solltest auch welche im Gepäck haben! Dem Personaler signalisieren, dass ihr euch auf diesen Part im Gespräch vorbereitet habt. Ein oder zwei Fragen sind normalerweise gern gesehen. Aber auf keinen Fall den inneren Fragenkatalog von 10 Runden durchrattern.
      Schau doch mal hier: Wer fragt, gewinnt!

 

Mit der YCC-Checkliste den Überblick behalten: Perfekt vorbereitet zum Vorstellungsgespräch 

Der wichtigste Tipp für das Finale “persönliche Vorstellungsgespräch” ist: bereite dich vor! Mache dir klar, dass der Arbeitgeber sich Zeit für dich nimmt. Er kann deshalb auch erwarten, dass du Fakten zum Unternehmen gesammelt hast und Fragen stellen kannst. Wichtig ist auch, dass dein Redeanteil nicht zu hoch ist, beantworte also alle Fragen seitens des Arbeitgebers klar und präzise. Freundlichkeit punktet ebenfalls, allerdings solltest du so auftreten, wie es deinem Wesen entspricht – also authentisch. Das schließt ausdrücklich die richtigen Klamotten fürs Vorstellungsgespräch mit ein!

Die Checkliste “Perfekt vorbereitet zum Vorstellungsgespräch” wird dir dabei helfen, im Gespräch wirklich präsent zu sein und sicherer und gelassener auftreten zu können.