Generationen-Zusammenarbeit: Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Vielfalt

Es gehört heute zum Alltag, dass in einem Team unterschiedliche Generationen zusammenarbeiten. Mitarbeiter mit vielfältigen Hintergründen werden vor allem durch eins getrennt: unterschiedliche Erwartungen, die meist nicht übereinstimmen. Bedürfnisse und Anforderungen liegen teilweise weit voneinander entfernt.

Eine große Herausforderung, in der gleichzeitig auch eine große Chance liegt. Natürlich kann man nicht in Schubladen denken und die Menschen alleine nach Generationen clustern. So nach dem Motto “Du gehörst zur Generation Y, du arbeitest doch nur, wenn dir die Arbeit Spaß macht”. So funktioniert das natürlich nicht. Jeder Mensch denkt, lebt und arbeitet als Individuum, mit eigenen Werten, Zielen und Eigenschaften. Eine Einteilung in Generationen verfolgt den Ansatz, die Hauptmerkmale zu erkennen und zusammenzufassen, damit sich die verschiedenen Generationen besser verstehen und das Konfliktmanagement von vorneherein beachtet wird.

Aber wie zeigt sich die Unterschiedlichkeit der Generationen? Was sind die Hauptmerkmale?

 

Babyboomer: “Leben, um zu arbeiten.”

1946 - 1964

Die Babyboomer: Sie waren die erste Nachkriegsgeneration nach dem Zweiten Weltkrieg, haben das Wirtschaftswunder erlebt und – gehören zum geburtenreichsten Jahrgang. Die Babyboomer gehen auf die Rente zu. Zwischen 2018 und 2031 wird mit ihnen mehr als ein Drittel der derzeit Erwerbstätigen aus dem Berufsleben ausscheiden.

Die Merkmale der Babyboomer:

  • Teamorientiert
  • Karriere- / Leistungsorientiert: sie wollen schnell in Führungspositionen aufsteigen
  • Die Arbeit hat den höchsten Stellenwert - noch vor dem Privatleben 
  • Erfolge werden hart erarbeitet
  • Motivation: das Gefühl gebraucht zu werden 



Gen X: “Arbeiten, um zu leben.”

1965 - 1979
Die Generation X wurde in der Kindheit stark durch die Wirtschaftskrise und eine aufkommende Scheidungsrate geprägt.

Die Merkmale der Gen X:

  • Arbeit kann auch den primären Zweck haben, ein erfüllendes Privatleben zu ermöglichen: Zeit ist wertvoller als Geld 
  • Streben nach einer hohen Lebensqualität
  • Motivation: Work-Life-Balance
  • Ehrgeizig

 

Gen Y (Millennials): “Arbeit und Leben verbinden.” 

1980 - 1993

Mitten im Internetboom und der Globalisierung groß geworden. Im Vergleich zu den Vorgänger-Generationen besitzen Sie häufig ein besonders hohes Bildungsniveau.

Die Merkmale der Gen Y: 

  • Technikaffin
  • Legen großen Wert auf Selbstverwirklichung
  • Lernbereit und arbeitswillig, aber Arbeit muss Spaß machen
  • Verschwommene Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben: Selbstständige und unabhängige Arbeitsweise (Home Office, Gleitzeit)
  • Forderung nach Privatleben
  • Führungspositionen müssen nicht zwingend erreicht werden

 

Gen Z: “Arbeit das Eine, Leben das Andere.” 

Ab 1994 

 Die Merkmale der Gen X:

  • Komplett mit digitalen Technologien aufgewachsen
  • Multikulturell
  • Globale vernetzt
  • Keine Bindung an den Arbeitgeber
  • Selbstverwirklichung nicht nur in der Arbeit, vielmehr aber im Privatleben
  • Klare Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben
  • Wunsch nach freier Entfaltung

 

Die Vielfalt der Generationen - eine Herausforderung für Führungskräfte

Es lässt sich beobachten, dass “neue Generationen” sich immer wieder, bewusst oder unbewusst, von der bestehenden abgrenzen. Hier fällt meist der Begriff “Generationenkonflikt”. Es entstehen Konfliktfelder vor allem zwischen den “ältesten”, also den Baby Boomern, und den jüngeren Generationen. Da geht es beispielsweise, um die Art und Weise der Führung, also die Gestaltung der Unternehmenskultur und des Miteinanders. Oftmals kommt es heutzutage zu Asymmetrie in den Führungsverhältnissen: Viele Führungskräfte sind jünger, haben eine andere Arbeitseinstellung und erkennen nicht immer, welche Bedürfnisse und Kompetenzen die älteren Mitarbeiter haben. Diese sind dann für erfahrene und langjährige Mitarbeiter verantwortlich. Deren Wissen und Kompetenz sind unverzichtbar für sie, für das Unternehmen.

Oder aber langjährige Führungskräfte treffen auf die “jungen Wilden” der Generation Z, deren Einstellung zu Arbeit und Leben oftmals klar geregelt ist:  Arbeit ist das Eine, Leben das Andere. Hier wird auf geregelte Arbeitszeiten bestanden. Die Freizeit spielt eine große Rolle und ist unverzichtbar. Hier pocht die Generation auf ihr Recht, zu Beginn sicherlich ungewohnt für die anderen Generationen, wo da die Arbeit doch den Mittelpunkt des Lebens bildet.

Fakt ist, eine Zusammenarbeit vieler Generationen birgt so viel Positives, macht die Arbeit bunter, effektiver und leistungsstärker. Wo Unterschiede aufeinandertreffen und man gemeinsam an einem Ziel arbeitet, entsteht Vielfalt. Und aus dieser ergeben Chancen und Herausforderungen. Die älteren Mitarbeiter verfügen über viel Lebens- und vor allem Berufserfahrung, haben den Meta-Blick und können mühelos vernetzt denken. Jüngere Mitarbeiter hingegen bringen viel Know-how in neuen Technologien, Innovativität und Dynamik in das Team. Ein perfekter Mix, mit dem man großes erreichen kann!

Aber wie kann es gelingen, dass verschiedene Generationen, also unterschiedliche Altersgruppen, produktiv miteinander arbeiten? Es gibt ein paar Punkte, die kann sich einfach jeder hinter die Ohren schreiben. Egal ob jung oder alt:

 

- Wertschätzung jeder Generation gegenüber

Keine Generation ist besser als eine andere und genau das muss im Team gelebt, vermittelt und gefühlt werden.

Werte erfragen und respektieren

Die Werte der Kollegen erfragen und versuchen zu verstehen bzw. akzeptieren. Aber auf gar keinen Fall zu verurteilen, auch wenn sie einem völlig fremd und unverständlich sind. Die Schlüsselworte sind hier “Respekt & Loyalität”. Und schon gar nicht versuchen, gegen die Wertehaltung zu wettern.

Reden und zuhören! 

Miteinander reden, immer und immer wieder. Offen kommunizieren, was man denkt und fühlt. Verständnis schaffen, um so Vorurteile aus dem Weg zu räumen. Vielleicht sogar im Rahmen von Team-Events. Gemeinsame Erlebnisse und Unternehmungen fördern den Teamgedanken und die Kommunikation. Man lernt sich besser kennen und entwickelt automatisch mehr Akzeptanz.

Kompromissbereitschaft 

Mal über seinen eigenen Schatten springen und nicht starr auf der eigenen Meinung/Position beharren. In einem Team ist dies unvermeidbar. Die Beteiligten müssen Abstriche und Zugeständnisse machen, dazu gehört eben auch, einen Teil ihrer Forderungen aufzugeben.

Diversity-Management

Auf Diversität bauen. Generationsmanagement ist Diversity-Management.