Oh du fröhliche, oh du selige, oh du schönes Weihnachtsgeld!

So manch` einem ist der Dezember der liebste Monat im Jahr. Und das liegt sicherlich nicht nur an den herrlich, leckeren Keksen, dem anstehenden 3-Gänge-Weihnachtsmenü und den Feierabendpläuschchen bei Glühwein und Co., sondern an der Portion Extra-Gehalt aka Weihnachtsgeld.

 

Was ist das Weihnachtsgeld und wozu dient es?

Das Weihnachtsgeld ist eine sogenannte Sonderzahlung, wie zum Beispiel auch das Urlaubsgeld, eine Gewinnbeteiligung oder andere Bonuszahlungen. Es wird in der Regel aus zwei Gründen ausgezahlt:

  1. Die Honorierung der Betriebstreue der Mitarbeiter
  2. Motivation zur Steigerung der Arbeitsleistung

Meist setzt sich das Weihnachtsgeld aus einer Mischung dieser beiden Formen zusammen.

 

So ist das Weihnachtsgeld in Deutschland verteilt (2019, Statista)

  • Insgesamt 53 Prozent aller Deutschen erhielten im Jahr 2019 Weihnachtsgeld. 
  • Es freuen sich 55 Prozent der Männer über ein Weihnachtsgeld aber nur 50 Prozent der Frauen.
  • Ost/West-Unterschied gibt es noch: Nur 41 Prozent der Ostdeutschen, aber 56 Prozent der Westdeutschen bekommen eine Sonderzahlung zu Weihnachten.
  • Wichtigster Faktor ist die Beschäftigungsart: 76 Prozent der Arbeitnehmer mit Tarifvertrag erhalten Weihnachtsgeld – in Betrieben ohne Tarifvertrag sind es 42 Prozent. 

Quelle: Statista

 

Fragen rund um das Thema Weihnachtsgeld

Aber wie sieht es eigentlich rechtlich aus? Haben Beschäftigte überhaupt einen Anspruch auf die schöne Bescherung? Und was passiert bei einer Kündigung? Wir haben die Antworten auf die häufigsten Fragen parat!

Starten wir mit der ersten, wohl wichtigsten, Frage. Die wahrscheinlich allen unter den Nägeln brennt:

 

Haben Mitarbeiter laut Gesetz Anspruch auf Weihnachtsgeld?

Nein! Bei Weihnachtsgeld handelt es sich um eine freiwillige Sonderzahlung. Und ohne eine rechtliche Grundlage haben Arbeitnehmer keinen Anspruch darauf.

 

Wie sieht es mit dem Weihnachtsgeld und einer Kündigung aus? 

Solltest du vor der Auszahlung kündigen, liegt es an der Form des Weihnachtsgeldes bzw. des 13. Monatsgehalts, ob du welches bekommst oder nicht: 

  1. FLOP: Ist das 13. Monatsgehalt explizit zur Honorierung der Betriebstreue gedacht – dies wird in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Unternehmens geregelt – gehst du leer aus. Dann hast du nämlich keinen Anspruch auf die Sonderzahlung.
  2. TOP: Wird mit dem 13. Monatsgehalt zu einem Teil oder ausschließlich die Arbeitsleistung vergütet, kannst du eine zeitanteilige Auszahlung verlangen. Auch wenn der Zweck des 13. Monatsgehalts nicht genau definiert ist, hast du die Möglichkeit auf eine Teilzahlung der Sonderzahlung. Denn es kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Bonus ausschließlich als Honorierung der Betriebstreue ausgezahlt wird. 

 

Darf der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld in schlechten Jahren streichen?

Ja! Dafür benötigt man eine Widerrufsvorbehalt in die Weihnachtsgeld-Klausel. Diese muss der Arbeitgeber im Arbeitsvertrag aufnehmen, wenn in manchen Jahren kein Weihnachtsgeld gezahlt werden soll. Wichtig ist, dass diese Klausel wirksam formuliert wird. Dann kann der Anspruch auf das Weihnachtsgeld unter bestimmten Bedingungen ausgeschlossen werden und zack, gestrichen werden. Wichtig: Die Voraussetzungen müssen dafür jedoch klar benannt werden.

 

Dürfen Arbeitgeber dem einen Weihnachtsgeld zahlen, dem anderen nicht?

Auch beim Weihnachtsgeld gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz: Heißt, dass es dem Arbeitgeber verboten ist, ohne einen sachlichen Grund einem/einer Arbeitnehmer/in bestimmte Leistungen zu zahlen und einer/einem anderen nicht. Wenn es für vergleichbare Mitarbeiter/innen eine unterschiedliche Höhe des Weihnachtsgeldes geben soll, muss hierfür ein sachlicher Grund vorliegen. Dies trifft zum Beispiel zu, wenn Angestellte verschieden qualifiziert sind oder einem Betrieb unterschiedlich lange angehören. 

Habt ihr noch weitere Fragen rund um das Thema Weihnachtsgeld? Dann schreibt uns bei Facebook. Wir bemühen uns um eine Antwort!