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Warum eigentlich kann Lack Strom regeln?

Stuttgart. E-Autos sind lackiert, klar. Aber auch im Inneren der Fahrzeuge übernehmen Lacke wichtige Funktionen. Denn in den leistungsstarken elektrischen Antrieben der E-Mobile fließt viel Strom: „Isolierende Lacksysteme und Beschichtungen tragen unter anderem dazu bei, gefährliche Kurzschlüsse und Brände zu verhindern“, erklärt Markus Schmidtchen, Abteilungsleiter Innovation Technologieentwicklung beim Lackspezialisten Wörwag in Stuttgart.

Die isolierende Schicht wird zum Beispiel auf einzelne Batteriezellen und auf das Batteriegehäuse aufgesprüht und ist bis zu 100 Mikrometer dick. Sie besteht aus Kunststoff-Polymeren und speziellen, isolierenden Zusatzstoffen – die genaue Zusammensetzung ist Betriebsgeheimnis.

Beschichtungen können isolieren oder Strom leiten

Genau gegenteilig wirken hochleitende Beschichtungen, eine zweite Gruppe der Spezialbeschichtungen in E-Autos. „Sie haben annähernd dieselbe Leitfähigkeit wie Metall und schirmen empfindliche elektronische Komponenten gegenüber elektromagnetischen Wellen ab“, erklärt der Experte. Möglich machen dies kohlenstoffhaltige Verbindungen wie Leitruß, die den Lacken zugesetzt werden.

Einige Anforderungen an die Speziallacke mit den gegenteiligen Funktionen sind übrigens trotzdem gleich: So sollten sie zum Beispiel möglichst leicht sein, denn beim Auto zählt jedes Gramm.