Weiterbildungsmöglichkeiten im Job: Erweitere dein Know-how

Von Wegen nach Schul- und Unizeit ist Schluss mit dem Lernen – Pustekuchen! Im Berufsleben geht es weiter. Stichwort: Lebenslanges Lernen. In den meisten Berufen ist es super wichtig, dass man “am Ball bleibt” und sich stetig weiterbildet. Das Know-how ständig erweitert, neue Techniken erlernt oder sogar in ganz neue Bereiche reinschnuppert. Das Ziel: Mehr Wissen, gezielte Qualifikation, erweiterte Kompetenzen. Wer sein Profil schärfen und sich so weitere berufliche Chancen erarbeiten will, sollte sich weiterbilden

 

Warum ist berufliche Weiterbildung so wichtig?

Zu Zeiten der Digitalisierung kann man von einem stetigen Wandel der Berufswelt sprechen. Veränderungen und Weiterentwicklungen stehen auf der Tagesordnung. Prozesse, Soft- und Hardware sowie rechtliche Bestimmungen sind heute grün und morgen blau. Lebenslanges Lernen ist daher keine leere Floskel, sondern in der Berufswelt enorm wichtig, um nicht eines Tages überholt zu werden von jenen, die es dann leider wirklich besser wissen und besser können.

Wer beruflich einige Stufen auf der Treppe nach oben steigen möchte, für den zahlt sich berufliche Weiterbildung aus und ist sogar essentiell für das berufliche Fortkommen. Höhere Positionen, Führungspositionen sind mit Hilfe von Weiterbildungen, Trainings und Coachings keine Träumereien mehr, sondern zum Greifen nah.

Laut einer Studie von Gehalt.de wirkt sich eine Weiterbildung positiv auf den Verdienst aus. Das Vergleichsportal Gehalt.de hat fast 90.000 Vergütungsdaten aus den letzten 12 Monaten ausgewertet. In der Studie wurden die Gehaltsunterschiede von Beschäftigten mit und ohne zusätzliche Weiterbildung miteinander verglichen. Das Ergebnis: eine Weiterbildung macht sich immer im Gehalt bemerkbar und zahlt sich langfristig auf jeden Fall aus.

 

Berufliche Weiterbildung: Interne und externe Weiterbildungen

Es gibt verschiedene Arten der Weiterbildung. Wenn die Weiterbildung direkt über den Betrieb erfolgt, wird sie betriebliche Weiterbildung genannt. Bei den inhouse-Seminare oder Schulungen werden die Angebote entweder mit vollständig eigenen Ressourcen umgesetzt oder externe Fachkräfte, Trainer oder Berater hinzugezogen. Im Fall der vollständig eigenen Ressourcen übernehmen beispielsweise Experten, also Fachkräfte aus den einzelnen Bereichen die Lehrtätigkeit und geben den Kolleginnen und Kollegen Kurse oder Vorträge zu ihrem Spezialgebiet.

Intern sind auch sogenannte “Trainings on the job” möglich: Eine Form der innerbetrieblichen Weiterbildung. Hier sitzen die Teilnehmer nicht in einem Konferenzraum, sondern werden, meist von einem Kollegen, einem Vorgesetzten oder auch externen Coaches, am Arbeitsplatz geschult:  Das Wissen wird praxisnah erworben, durch einen erfahrenen Kollegen oder Vorgesetzten. Zum Beispiel wenn jemand auf einer neuen Stelle eingearbeitet werden muss oder Hilfe und Beratung bei neuen Aufgabenbereichen benötigt.

Möglich ist ebenso die Ergänzung durch externe Trainings. Voraussetzung hierfür ist die Bereitschaft des Arbeitnehmers und dass das Training auf die jeweiligen Kompetenzen und Qualifikationen abgestimmt sind. Im Fall der externen Expertise wird ein Spezialist (beispielsweise Dozent) ins Unternehmen geholt, um dort eine Fortbildungsmaßnahme durchzuführen.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Referenten von internen Weiterbildungsmaßnahmen meist Beschäftigte, Führungskräfte oder interne Trainer und Trainerinnen des Unternehmens sind, es können aber auch externe Dozenten und Dozentinnen gebucht werden.

Themen für eine betriebliche Weiterbildung wären beispielsweise: Ausbildung von Führungskräften, Projektleitung oder fachliche Kenntnisse (die bereits im Unternehmen vorhanden sind)

 

  • Ein klarer Vorteil von internen Schulungen ist, dass größere Gruppen in den Genuss einer Schulung kommen können
  • Geringere Kosten als bei einer externen Weiterbildung, da häufig interne Ressourcen genutzt werden  
  • Das Gelernte ist nah an der Praxis und wird sofort im Alltag umgesetzt
  • Der Kontakt zu Kollegen und zum Tagesgeschäft bleibt während der Weiterbildung bestehen

Wenn die Schulung nicht “inhouse”, sondern extern stattfindet, dann handelt es sich um eine externe Weiterbildung. Bei dieser außerbetrieblichen Variante der Weiterbildung besuchen die Teilnehmer externe Kurse oder Seminare. Diese Weiterbildungsmaßnahmen werden von öffentlichen oder privaten Trägern außerhalb des Unternehmens angeboten und können von den Unternehmen gebucht werden. Bei der externen Weiterbildung erwerben die Mitarbeiter Fachwissen, das womöglich im eigenen Unternehmen fehlt. Mit Abschluss einer externen Weiterbildungsmaßnahme erlangen sie auch häufig Zusatzqualifikationen und Abschlüsse: neue, alte Fachkräfte! Das Spektrum bei solchen externen Schulungen reicht vom Tagesseminar bis hin zu Weiterbildungen, die über einen längeren Zeitraum gehen.

 

Die Kosten von beruflichen Weiterbildungen

Laut des BIBB (Bundesinstitut für berufliche Bildung) betragen die Kosten für Weiterbildungen im Schnitt knapp 400 pro Jahr, bei externen Weiterbildungen sogar bis zu 2000 €. Weiterbildungen sind teils gefördert oder aber auch selbst finanziert. Wenn die Weiterbildungen auch für die spätere berufliche Laufbahn relevant sind, können sogenannte Bildungsgutscheine bei der zuständigen Arbeitsagentur beantragt werden. Darüber hinaus gibt es verschiedene Zuschüsse und Kostenübernahmen für bestimmte Berufs- und Altersgruppen (Initiative 50plus, Meister-BAFÖG, Begabtenförderung). Hilfreiche Infos gibt’s hier: Karriere und Weiterbildung - Bundesagentur für Arbeit.

Wenn die Weiterbildungsmaßnahme auf eigenen Wunsch geschieht, ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, seinen Arbeitnehmer finanziell oder in anderer Form dabei zu unterstützen. Heißt: er muss weder die Kosten für die Schulungen übernehmen, noch muss er er den Arbeitnehmer freistellen. In den meisten Fällen wird eine gut begründete Weiterbildung, die dem Unternehmen letztendlich weiterhilft, jedoch gern gesehen und auch unterstützt (ein Beispiel ist die Uzin Utz Ag). Denn die Unternehmen profitieren von Weiterbildungen und zu Zeiten des Fachkräftemangels sind sie oftmals gern gesehen. Viele Unternehmen sind dazu bereit die eigenen Mitarbeiter bei der Weiterbildung finanziell zu unterstützen. Nur Mut, fragen lohnt sich!

Wird die Fortbildung vom Chef angeordnet, damit sich beispielsweise die Buchhaltung mit den Gesetzesänderungen für das kommende Jahr vertraut machen kann, stellt sich nicht die Frage der Kostenübernahme. Hier zahlt das Unternehmen die kompletten Kosten der Maßnahme! Dazu gehören unter Umständen auch die Kosten für die An- und Abreise, Unterkunft und Verpflegung, wenn es sich um eine externe Schulung handelt. Ein Tipp zum Schluss: Die Kosten für Weiterbildungen sind im Rahmen der Einkommensteuererklärung abzugsfähig, wenn der Erwerb von neuen Kompetenzen im ausgeübten Beruf notwendig erscheint. So kann die Einkommenssteuer ein wenig gesenkt werden.