Wenn die eigene To-do-Liste zur Stress-Liste wird, ist mehr Work-Life-Balance angesagt

Work-Life-Balance: Ein gesundes Gleichgewicht zwischen zwei Leben

Work-Life-Balance, der allgegenwärtige Begriff, der es sogar in den Duden geschafft hat, steht für ein ”ausgewogenes Verhältnis zwischen beruflichen Anforderungen und privaten Bedürfnissen einer Person”. Wenn diese beiden Leben, also privat und beruflich im Einklang sind, steigt die Lebensqualität. Das ist es doch, wonach wir uns alle sehnen (sollten), was alle anstreben sollten - happy life! 

In Deutschland ist das wohl eher noch nicht an der Tagesordnung, denn tatsächlich fühlt sich jede/r Dritte vom Job erschöpft und ausgebrannt. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der ManpowerGroup hervor (Stand: Juni 2019). Doch was kann man dagegen tun?

 

 

Work-Life-Balance vs. Work-Life-Blending 

Laut des Statistischen Bundesamts arbeiten Deutsche durchschnittlich 35 Stunden pro Woche. Bei einem Vollzeitjob sind es durchschnittlich 41 Stunden pro Woche, Teilzeitbeschäftigte kommen auf durchschnittlich 19 Stunden. Und auch unbezahlte Stunden sind keine Seltenheit. Umso wichtiger ist es also, dass man eine Arbeit ausübt, die einem Spaß & Freude bereitet, die fordert und nicht überfordert, zu einem passt und bei der Work-Life-Balance nicht nur ein hübscher Begriff auf der Unternehmenswebsite ist. Dafür gibt es bereits einen neuen Ausdruck: Work-Life-Blending beschreibt das Verschmelzen von Arbeit und Privatleben. Manche mögen das, weil sie selbst Akzente setzen können, andere sehen darin eine “Mogelpackung”, von der lediglich der Arbeitgeber profitiert.

 

Job & Privatleben: Arbeitnehmer sind häufig unter Daueranspannung

Erreichbarkeit rund um die Uhr - abends um 22 Uhr, am Wochenende und ja, teilweise sogar im Urlaub. Eine Mailbox, die fast immer quasselt. Ständig neue Mails und eingehende Anrufe. Hier eine Push-Nachricht und da eine Einladung zu einem weiteren Termin für ein Meeting. Ein Gefühl der ständigen Erreichbarkeit: “Kontaktieren sie mich gerne jederzeit. Egal, wo ich gerade auf der Welt bin, melden Sie sich gern.” Egal, ob man gerade im Familienurlaub auf Juist ist oder mit den Freunden Geburtstag feiert. Klarer Fall von Grenzüberschreitung im Job: privat vs. beruflich, ein Ungleichgewicht, bei dem der Job schwerer wiegt als alles andere. Die ständige Erreichbarkeit bringt früher oder später jeden an seine Grenzen. Stress pur! 

Aussagen wie: “Wer in seinem Job gut performen will, muss sein Privatleben eben hintanstellen! Ohne Überstunden erreichst du das nächste Level nicht.” Pustekuchen! Denn die beste Performance im Job bringen die Mitarbeiter, die ein erfülltes Leben führen. Denn wenn wir eins mittlerweile wissen: Stress macht unproduktiv und auf die Dauer schwächt er das Immunsystem. Also sollte es doch im Interesse der Arbeitgeber sein, dass die Arbeitnehmer sich fit und gesund fühlen.

 

 

Zeit für Gleichgewicht auf der Work-Life-Waage und weniger Stress

Der erste Weg zur Besserung: Stress vermeiden und Work-Life-Balance wirklich leben. Permanent das Arbeits-Tempo hochzuhalten, ist nicht das Ziel. Wie du selbst etwas für deine Work-Life-Balance tun kannst? Schau doch mal hier vorbei. 

Schneller, höher, weiter, besser. Damit ist jetzt Schluss! Einen Gang rausnehmen, Stress und Druck in den Griff bekommen. Aber wie? Wir haben ein paar Tipps für dich:

 

 

Tipps gegen Stress: Dem Übeltäter Stress keinen Raum geben

  • Meetings organisieren: Puffer zwischen Meetings, Timings für Meetings festlegen und auch daran festhalten. Bei den Agenda-Punkten sich nur auf die wirklich wichtigen Punkte konzentrieren. Kein Meeting ohne Agenda plus skizziertes Ziel! So wissen alle, wo die Meeting-Reise hingehen soll und was am Ende als Ergebnis festgehalten wird.
  • Ein freier Tag im Monat: keine Termine, keine Calls. Nichts! Nur Zeit für Dinge, die liegengeblieben sind und das alles ohne Termindruck. Herrlich! 
  • Lernen “Nein” zu sagen. 
  • Pausen machen. Und zwar regelmäßig! Die maximale Zeitspanne für Höchstleistungen des Gehirns beträgt im Schnitt 1,5 Stunden.
  • Gesund im Alltag. Wer gesund lebt, kann wesentlich besser mit Stress umgehen als jemand, der sich überwiegend von Fast Food ernährt und nie Sport treibt. Dazu zählt auch Schlaf. Denn zu wenig Schlaf ist ein entscheidender Faktor für körperliche und psychische Probleme. Womit wir wieder bei einem neuen Begriff wären: Work-Life-Sleep-Balance.
  • Das richtige Zeit- und insbesondere das gezielte Selbstmanagement können helfen, Stress und Zeitdruck zu vermeiden. Zwei Beiträge geben weitere Tipps zum Thema:

 

 

Zeitmanagement Teil Eins & Zeitmanagement Teil Zwei

  • Teamstärke nutzen: Ruhig mal deine Kollegen um Hilfe bitten.

  • To-do-Liste: Aufgaben nach Priorität sortieren.

  • Eigene Hochleistungsphase erkennen und nutzen: Die einen haben ihre leistungsfähigsten Stunden noch vor Sonnenaufgang, die anderen taumeln erst so gegen 10 Uhr ins Büro und haben ihr persönliches Hoch um 14 Uhr oder noch später. Total egal wann, wichtig ist, dass du dir darüber bewusst bist, wann du selbst die besten Leistungen erzielst. Genau dann kümmerst du dich nämlich um die Aufgaben, denen am meisten Wert beigemessen wird und für die du deine maximale Konzentration benötigst.

  • Wochenende und Urlaub sind zur Entspannung da! Da hat die Arbeit Sendepause. Wie du den Urlaub smart planen kannst und wie der Urlaub auch wirklich zur Erholung beiträgt, liest du hier!

 

 

Ganz ohne Work-Life-Balance sagt dein Körper irgendwann STOP 

Und wenn gar nichts mehr geht, alles zu viel wird und dich das Gefühl überkommt, dass du alleine aus dem Hamsterrad nicht raus findest, muss ein Gespräch mit dem Vorgesetzten her. Es gibt super viele Studien, die zeigen, dass permanenter Stress unglaublich ungesund ist. Und früher oder später wird dich dann jemand ganz anderes ausbremsen: dein Körper! Der sagt dann “HALT STOP” und zwingt dich zu einer Auszeit. Besser du erkennst die Situation früher und arbeitest an einer Lösung, gemeinsam mit deinem Vorgesetzten. Nur Mut, er wird dir schon kein Bein ausreißen, sondern dich nach Möglichkeit unterstützen!