Bewerbungstipps: Wie du mit einer Top-Bewerbung punkten kannst

Bewerbung: Wie ist das heutzutage mit einer Bewerbung? Worauf kommt es an, was sollte man lieber nicht machen? Mustervorlage oder individuell? Chronologischer oder antichronologisch Lebenslauf? Fragen über Fragen.

 

Finger Weg von Mustervorlagen 

“Mit großem Interesse habe ich… oder vielen Dank für das freundliche Telefonat… - GÄÄÄÄÄHN! Klingt nach einem heißen Anschreiben-Tipp aus 2010 oder nach der Mustervorlage von www.wieschreibeicheinanschreiben.com. Aufgewacht! Wir leben im Jahr 2020. Und in den vergangenen Jahren hat sich so einiges geändert in Sachen Bewerbung! Und sind wir doch mal ehrlich, kein Musterschreiben dieser Welt bringt wirklich das rüber, was du vermitteln willst: Dass du für den Job brennst, wer du wirklich bist und warum du der oder die Richtige für den Job bist! Fakt ist: Wer keine State-of-the-Art-Bewerbung schreibt, hat bei Personalern oft schon verloren.

Personaler sind nicht von gestern, die erkennen auf den ersten Blick, wenn du deine Bewerbung nach Schema F runterschreibst oder noch simpler: dir eine Mustervorlage schnappst und die Adresse änderst. So wird das nichts! 

Das A & O einer Bewerbung ist, dass der oder die es in den Händen hält, richtig Lust hat, weiterzulesen und neugierig auf ein Kennenlernen ist. Also: Hinsetzen, Gedanken machen und eine Bewerbung aufs Papier bringen, die jede Personalabteilung überzeugt! 

Aber wie sieht sie denn nun aus? Die Bewerbung, die im Jahr 2020 so überzeugt, dass niemand mehr Zweifel daran hat, dass du der/die Richtige sein könntest. Was ist also optimal, klassisch oder doch ausgefallen? Worauf kommt es beim Anschreiben an, wie sollte der Lebenslauf aussehen?

 

MFG: Das Anschreiben macht den ersten Eindruck

Fest steht, es gibt nicht das eine perfekte Anschreiben. Es gibt DEIN perfektes Anschreiben und wir verraten dir den Weg dahin. Von A wie Aufbau über die Grundregeln des Anschreibens, also dem formalen Aufbau, über Storytelling im Anschreiben. Und zu guter Letzt, der krönende Abschluss mit allen “good to knows” über die Einleitung, den Hauptteil und das glorreiche Finale eines Bewerbungsanschreibens. Wo du mehr darüber lesen kannst und zum Anschreiben-Experte wirst? Hier und hier findest du alle wichtigen Infos, die du für diesen Part der Bewerbung wissen musst/kannst/solltest ;-).

 

Kreative Bewerbung? Kommt aufs Unternehmen an! 

Eine Bewerbung etwas kreativer zu gestalten, hilft dabei, aufzufallen und aus der Masse der Bewerbungen auf den ersten Blick herauszustechen. Es ist sinnvoll, sich so richtig ins Zeug zu legen, wenn man bedenkt, dass Personaler großer Unternehmen im Schnitt 1-2 Minuten Zeit haben, um die Bewerbung auf den Hopp- oder Top-Stapel zu packen. Aber Achtung! Du solltest dich in jedem Fall vorab intensiv über das Unternehmen und die zu besetzende Stelle informieren, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, was passen könnte oder was too much ist. Es liegt ja beispielsweise auf der Hand, dass in traditionellen, eher konservativen Branchen und Unternehmen eine Bewerbung via Youtube-Video nicht so gern gesehen ist.

 

Inhalt & Übersicht vs. Design

Design und Optik sind das Eine, der Inhalt das Andere. Die Optik ist vielleicht dein Türöffner, aber wenn der Inhalt dann “Käse” ist, wirst du auch nicht zum persönlichen Gespräch eingeladen. Denn mit einer hübschen Bewerbung allein, kannst du nicht überzeugen. 

Auch sollte der Punkt “Übersicht” nicht zu stiefmütterlich behandelt werden. Denn eine kreative Bewerbung zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass der Personaler alle Informationen schnell findet und diese vor lauter Kreativität nicht suchen muss. Nie vergessen: Content ist King!

 

Weniger ist mehr! Einhörner, Glitzer und Co. sind tabu

Beschränke dich also auf eine Farbwelt und maximal zwei Schriftarten. Kunterbunt ist vielleicht die Welt der Pippi Langstrumpf, in einer Bewerbung schießt man bei einer bunten Welt aber schnell über das Ziel hinaus. Und nicht weil jeder Buchstabe eine andere Form und Farbe hat, ist die Bewerbung automatisch kreativ.

Egal welche Gestaltungselemente du nutzen möchtest, vergiss nicht, dass du dich im Arbeitsumfeld bewegst, also professionell bleiben solltest. Hier gilt: weniger ist mehr! Also keine Einhörner, kein Glitzer, keine zwinkernden Smileys. Stattdessen: Eine optisch hochwertige Bewerbungsmappe, maximal zwei Schriftarten und eine stringente, einheitliche Formatierung aller Dokumente. Die Zeit für kreative Spielereien kannst du besser in die orthografische Fehlerfreiheit deiner Bewerbung investieren, denn jeder noch so kleine Fehler kann hopp oder top bedeuten.

 

Lebenslauf: Chronologisch oder Antichronologisch, das ist hier die Frage

Bei einem antichronologischen Lebenslauf stehen die beruflichen Stationen an oberster Stelle, der Fokus liegt auf den aktuellen Qualifikationen. Die weiteren beruflichen Stationen werden in absteigender Reihenfolge genannt. Der grundlegende Gedanke bei dieser Variante ist, dass die neuesten Erfahrungen und Stationen im Leben an oberster Stelle stehen und schneller ins Auge des Personalers springen. Berufliche Stationen, die zum Teil weit in der Vergangenheit liegen, sind häufig nicht  so relevant für eine Personalentscheidung. 

Beiem chronologischen Lebenslauf wird der beruflichen Werdegang in zeitlich korrekter Abfolge auf das Papier gebracht. Die am längsten zurückliegende Station steht also ganz oben, die neuste Erfahrung/Stelle ganz weit unten. Das hat den Nachteil, dass Personaler blättern müssen, bevor sie die aktuelle berufliche Situation der Bewerber einschätzen können. Ein Grund, warum sich der antichronologische Lebenslauf in der Praxis durchgesetzt hat.

 

An the winner is: Der Anti-Chronologische Lebenslauf!

Bei dieser Variante handelt es sich um die übliche Variante in Deutschland. Der chronologische Lebenslauf ist der Oldie in Sachen Bewerbung und gehört der Vergangenheit an. Der Personaler interessiert sich in erster Linie für die derzeitige berufliche Situation des Bewerbers. Weniger für den ersten Job vor vielen Jahren oder sogar das Praktikum in der 10. Klasse. Und wie oben schon einmal erwähnt, die Zeit ist knapp. Der Personaler will auf den ersten Blick die wichtigsten Informationen zu Gesicht bekommen, insbesondere dann wenn der Bewerber schon mehrere Stationen im Berufsleben hinter sich hat. Dann kann es nämlich passieren, dass die aktuellste Information erst auf der zweiten Seite zu finden ist. 

Aber wie so häufig im Leben gibt es auch Ausnahmen. Für manche, wenige ist der Chronologische Lebenslauf tatsächlich sinnvoll. Nämlich dann, wenn sich jemand beruflich neu orientieren und dabei an Erfahrungen anknüpfen möchten, die schon länger zurückliegen. Wenn sich also die betreffenden qualifizierenden Erfahrungen früher im Berufsleben finden, kann ein chronologischer Lebenslauf der bessere Weg für den Bewerber sein. Da sollte man genau abwägen. Es gilt: Individuelle Aspekte entscheiden über die Wahl der geeigneten Form eines Lebenslaufes.

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