Interne Kommunikation: Offenheit und Ehrlichkeit im Job

Was du in der Kommunikation im Unternehmen lieber nicht sagen solltest und welche Themen du besser elegant umschiffst.

Mit dem Thema " Offenheit im Job" ist es so wie mit der Dosierung von Medizin: Die Dosis macht das Gift. Du kannst und sollst sogar einen Einblick in dein Privatleben geben, aber es gibt Grenzen und Themen, über die man nicht spricht im Unternehmen. Sonst kann es ganz schnell nach hinten losgehen und dir dann sogar zum Verhängnis werden.

Was zählt denn zu den so genannten “Tabuthemen”? Was darfst du unter Kollegen preisgeben und was nicht? Wir haben für dich die “ungeschriebenen Regeln der Kommunikation im Team” mal zusammengefasst. Oft heißt es “Weniger ist mehr”.

EINS. Über die Höhe des Gehaltes mit Kollegen sprechen

In Deutschland ist das Thema Gehalt in den meisten Fällen noch ein absolutes Tabuthema. Hausierst du offen mit dem Thema, kann es zu Unmut führen. Entweder bei dir oder deinem Gegenüber. Denn die Rechnung ist leicht: Du verdienst mehr, vielleicht aber auch Dein Kollege. Das Ergebnis: Einer fühlt sich oft ungerecht behandelt, mitunter entstehen Neid und Missgunst. Also: Über das Gehalt redest du am besten ausschließlich mit deinem Chef.

ZWEI. Geheimnisse aus dem Privatleben verraten

Du hast dir am letzten Wochenende die Nummer vom heißesten Typ aus dem ganzen Club ergattert? Dein Partner hat für dich ein Candle-Light-Dinner gezaubert? Das ist wirklich ganz wunderbar, aber das solltest du nicht unbedingt im Betrieb kundtun. Das gilt natürlich für beide Geschlechter. Intime Details deines Privatlebens haben auf der Arbeit prinzipiell nichts zu suchen. Es sei denn, du hast ein Vertrauensverhältnis zu deinen Kollegen und vertraust ihnen genauso wie deinen Freunden.

DREI. Unmut über den “Big Boss” äußern

Oh ja, hin und wieder kann der Chef einfach ätzend sein und seine Entscheidungen sind nicht immer die, die du für richtig hältst. Das Verhalten im letzten Meeting oder bei der Präsentation war ebenfalls unter aller Kanone? Dann solltest Du ihn um ein Gespräch unter vier Augen bitten. Auf keinen Fall die Kritik im Büro äußern. Denn der Flurfunk funktioniert gerade bei solchen Thema einwandfrei und oft rasend schnell. Und zack, landen die Informationen bei deinem Chef auf dem Tisch, allerdings nicht von dir. Das führt nur zu unnötigem Ärger und du bist schnell in Erklärungsnot!

VIER. Religiöse oder politische Ansichten vertreten

Achtung, brenzliges Thema! Bei Themen rund um die Religion und Politik prallen oft tiefe Überzeugungen aufeinander und es entstehen Fronten. Beispielsweise zwischen Atheisten und stark Gläubigen oder Liberalen und Konservativen. Da ist Streit häufig vorprogrammiert und zudem ist die Arbeit einfach nicht der richtige Ort, um derlei Themen auszudiskutieren. Religiöse oder politische Ansichten bleiben also besser zu Hause. 

FÜNF. Witze machen auf Kosten anderer

Jokes können den Arbeitsalltag aufheitern und an der ein oder anderen Stelle für gute Stimmung sorgen. Aber Vorsicht! Manch einer mag es witzig finden, dem Kollegen einen Streich zu spielen und Witze auf Kosten der Kollegen zu machen. Die betroffenen Personen finden das vielleicht aber überhaupt nicht lustig. Es gilt also: neutrale Witze gehen immer und man muss auch mal über sich selbst lachen können. Aber den Streich auf Kosten anderer verschiebt man auf den Feierabend mit Freunden.

SECHS. Laut über einen neuen Job nachdenken

Überstunden ohne Ende, immer länger werdende To-Do Listen mit knallharten Deadlines und zu allem Überfluss auch noch langweilige Projekte? Du hast ständig den Gedanken im Kopf, ob das alles noch das Richtige ist? Dann ist es Zeit für einen neuen Job, eine neue Herausforderung. Diese Gedankenspiele sollten aber dort stattfinden, wo sie herkommen (dein Kopf) und nur mit Freunden und Familie daheim besprochen werden. Aber auf gar keinen Fall mit den Kollegen. Denn “schwuppdiwupp” erfährt der Chef davon und dann bist du schneller auf der Blacklist als du gucken kannst.

SIEBEN. Privat bleibt privat?!

JEIN! Ob der Dauerstreit mit dem Partner oder den Kindern, die finanzielle Sorgen oder schwere Schicksalsschläge - das sind grundsätzlich Themen, die nicht in den Büroalltag gehören. Aber man sollte aber auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, dass wir alle auch nur Menschen sind und uns manche Sachen eben aus der Bahn werfen. Man lässt seine Sorgen ja nicht vor der Tür, wenn man das Büro betritt. Wie du mit solch privaten Themen im Arbeitsalltag umgehen kannst, hängt stark vom Betriebsklima ab! Es ist ein Glück, wenn man Kollegen und Vorgesetzte hat, denen es wichtig ist, dass es einem gut geht.

Es gibt Unternehmenskulturen, die nüchterner agieren. In diesem Umfeld sind solche Unterhaltungen nicht gewünscht und werden auch gar nicht geführt. Generell solltest du darauf achten, ein gewisses Maß an Professionalität an den Tag zu legen - dazu gehört auch, dass man zwischen Beruflichem und Privatem trennt. Wer ein wenig auf die Gepflogenheiten im Business-Alltag achtet, bekommt schnell mit, wie weit man in seinem Unternehmen gehen kann. Erlaubt es also das Betriebsklima, private Angelegenheiten zu besprechen, kann bei einigen dadurch sogar der Zusammenhalt im Team wachsen, da man sich einfach besser kennenlernt, wenn man auch mal etwas Privates erzählt. Aber es kommt eben aufs Thema, die Unternehmenskultur und letztlich auch auf dich und deine Persönlichkeit an!



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