Mit freundlichen Grüßen – Der Weg zu deinem Anschreiben und wie es dir gelingt (Teil Zwei)

Nachdem wir im ersten Teil dieses Beitrags auf die Formalien des Anschreibens eingegangen sind, wollen wir nun einen Blick auf die Einleitung, den Hauptteil und das glorreiche Finale eines Bewerbungsanschreibens werfen.

Zudem  geht es um einen letzten Check aller Angaben, Formulierungen und Unterlagen. Denn eines darf auf gar keinen Fall passieren: Ihr sendet die Bewerbung raus und es fehlt etwas. Dann heißt es: Zack, roter Stapel, keine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Also: Besser alles genauestens prüfen und sich selbst versichern, dass die Bewerbungsunterlagen komplett sind. Wie so oft, steckt der Teufel im Detail. Alles zu checken, ist also enorm wichtig.

Die Einleitung des Anschreibens! Wie fange ich an? 

“Hiermit bewerbe ich mich auf…” oder “Mit großem Interesse habe ich…” GÄÄÄÄÄÄÄÄÄHN! Diese Sätze sind banal, bürokratisch und verdammt langweilig. Eine typische Floskel, die bei dem Personaler nur dazu führt, dass er sich schnellstmöglich einen Kaffee organisieren muss, um nicht einzuschlafen.
Der Einstiegssatz ist unheimlich wichtig. Er sollte zünden und ein “ich-will-mehr-lesen”-Gefühl erzeugen. Der erste Satz muss knallen. Also: Finger weg von Floskeln und Phrasen. 

Was soll der erste Satz transportieren: 

  • Der erste Satz sollte idealerweise transportieren, warum Du dich bei dieser Firma bewirbst und mit welcher Motivation - beschreibe, was dich dort fasziniert (Firmencredo, Produkte, Thema). Schaffe eine Verbindung zwischen dem Unternehmen und Dir
  • Motivation und Wunsch für das Unternehmen tätig zu werden - du brennst förmlich für eine neue Herausforderung

Wie? 

  • Kurze, knackige Hauptsätze
  • Aktive Formulierungen, also Verben und keine Passivkonstruktionen
  • Mutig, selbstbewusst und überraschend einsteigen

Das Anschreiben sollte direkt am Anfang Tempo bekommen und den Personaler fesseln. Mit dem Anschreiben muss Neugier geweckt und überrascht werden. 

Hier zwei Beispiele, wie ein solcher Einstieg aussehen kann: 

  • Ich möchte Ihnen gleich zu Beginn drei Gründe nennen, warum Sie von mir als neuem Mitarbeiter profitieren werden: Erstens, Zweitens, Drittens...
  • Ihr Unternehmen profitiert von meinen Fähigkeiten, weil... 

Der Hauptteil deines Anschreibens: it´s a match!

Nachdem du in der Einleitung die Neugierde des Personalers geweckt hast, geht es jetzt an`s Eingemachte. Hier geht es darum zu zeigen, was du kannst, warum genau du zum Unternehmen passt und warum du dem Unternehmen einen Mehrwert bietest.

Deine Qualifikationen sind mit der wichtigste Teil deines Anschreibens. Denn hier wird deutlich, ob du für die Stelle geeignet bist. Den Werdegang und die Qualifikationen belegst du am Besten mit konkreten Erfahrungen und Projekten, die du gemeistert hast. Aber behalte immer im Hinterkopf, nur Qualifikationen aufzählen, die zu der Stelle passen. Andernfalls verrennst du dich im Qualifikationen-Dschungel.

Du und das Unternehmen, wieso passt das? Im nächsten Step machst du deutlich, wieso ausgerechnet du so gut zu dem Unternehmen passt. Wieso du das Unternehmen nach vorne bringst, wie du das Team bereicherst. 

The End: Schluss & Anhang

In der Stellenanzeige steht, dass du eine Gehaltsvorstellung angeben sollst? Dann ist hier der richtige Platz. Denn, deine Gehaltsvorstellungen gehören an den Schluss. An dieser Stelle hast du, im best case, den Personaler bereits von dir überzeugt. Ganz wichtig, achte darauf anzugeben, ob die gemachten Vorstellungen sich um den Brutto- oder Nettowert handeln. Üblich ist das Jahresgehalt in brutto. Bevor du hier jedoch eine Summe auf schwarz/weiß verewigst, mach dir Gedanken!  Überlege genau, welche Summe angemessen ist. Damit du über ein bisschen Verhandlungsspielraum verfügst, setz dein gewünschtes Gehalt ein klein wenig höher an. Aber nicht übertreiben, dann manövrierst du dich an dieser Stelle ins Aus. Zu tief stapeln jedoch auch nicht, denn das wirft ein schlechtes Licht auf dich und lässt an deinem Wert zweifeln. Am besten recherchierst du vorab ein wenig im Internet nach branchenüblichen und regionaltypischen Einstiegsgehältern oder sprichst mit Freunden, Bekannten und anderen Berufseinsteigern, die in gleichen oder in ähnlichen Bereichen tätig sind. 

Das Finale: Mit freundlichen Grüßen…

Die Übliche, oder klingt diese einfach zu einfallslos? Die Persönliche, oder ist das viel zu aufdringlich? Eine Ungewöhnliche, oder ist dies zu speziell? Schon wieder Fragen über Fragen. Wichtig ist, dass die Grußformel zur Branche passt. Hier und da darf es dann vielleicht auch ein bisschen lockerer sein. 

Mit freundlichen Grüßen: der Klassiker schlechthin: Kann man also immer machen. Mit dieser Grußformel bist du freundlich, respektvoll und erfüllst garantiert alle üblichen Standards.      

Mit freundlichen Grüßen aus...: der Klassiker mit einem kleinen I-Tüpfelchen. Auch bei dieser Variante bist du freundlich und respektvoll, allerdings ein kleines bisschen persönlicher mit einem lokalen Bezug. 

Und dann war dann noch… Der Anhang

Im Anhang listest du alle Dokumente auf, die der Personaler im Anhang deiner Bewerbung findet. Also Lebenslauf, Zeugnisse, Urkunden oder Arbeitsproben.

Falls es passt, kannst du bereits im vorangegangen Anschreiben auf deine Qualifikationen aufmerksam machen: “Wie ich das Projekt XY umsetzt habe, können Sie in meinem Portfolio sehen”. Vielleicht findest du auch ein anderes Wort für “Anhang”. Beispielsweise: “Mehr über mich”. 

Last but not least: Der finale Check des Bewerbungsanschreibens

Ready? Dann lies noch einmal das komplette Anschreiben. Oft findest du dann noch das ein oder andere Füllwort, auf das du im Anschreiben verzichten kannst. So wird der Text knackiger, prägnanter und vor allem kürzer. Und jetzt brauchst du noch zwei Grammatik- und Rechtschreib-Genies aus deinem Umfeld. Die sollten das Anschreiben noch einmal gegenlesen und kontrollieren. Auch wenn du deine Bewerbung online verschickst, solltest du sie vorab einmal zur Kontrolle ausdrucken. Denn hier siehst du dann noch einmal deutlicher Fehler wie eine falsche Formatierung oder unterschiedliche Schriften und Schriftgrößen. 

Typische Fehler wie eine falsche Anschrift oder der falsche Ansprechpartner schleichen sie schnell und gern ein. Deswegen noch einmal genau diese Punkte checken: 

  • Stimmen die Adressen und Kontaktdaten wie E-Mail und Telefon?
  • Sind der Firmenname, der Ansprechpartner und die entsprechende Anrede richtig geschrieben?
  • Ist die Betreffzeile richtig? Wird der Jobtitel/ die Stellenausschreibung genannt?
  • Passt das Datum?
  • Gibt es noch Rechtschreib- und Grammatikfehler?
  • Sind die Anlagen korrekt?
  • Ist eine Unterschrift vorhanden?

Du kannst das alles bejahen? Dann ist dein Bewerbungsanschreiben komplett und fertig für den Versand. Wir wünschen dir viel Erfolg und drücken dir die Daumen! Falls du mehr über den Bewerbungsprozess erfahren möchtest, findest du in unserem Karriereguide viele Tipps und Hilfestellungen zum Thema Bewerbung und Co. Du hast den ersten Teil dieses Beitrags verpasst? Macht nichts. Einfach hier klicken: Mit freundlichen Grüßen Teil Eins - Der Weg zu deinem Anschreiben und wie es dir gelingt!

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