Schreib’s auf - wieso Notizen machen so sinnvoll ist

Wer schreibt, der bleibt. Deswegen heißt es ab jetzt: Notizen machen. Und zwar nicht in digitaler Form auf dem Smartphone oder aufdem Laptop, sondern ganz “altbacken” mit der Hand. Denn, Papier und Stift sollten nicht unterschätzt werden: Handgeschriebenes wird bewusst und nachhaltig wahrgenommen, während digitale Notizen eher Nebenprodukte sind, die wir nicht so leicht behalten können. Ihr erfahrt in diesem Beitrag auch, warum das so ist.

 

Notizen machen: Denn die Gedanken sind frei! 

Notizen helfen uns dabei, den Kopf zu entlasten, besser abzuschalten. Erinnerungen an To-dos oder umfangreiche Informationen verkürzt festzuhalten – Gedanken zu ordnen und Wesentliches nicht zu vergessen. Sie sind also richtig gute Buddys, auf die man sich verlassen kann und im Arbeits- und Uni-Alltag nicht verzichten sollte.

Zudem sparen Notizen Zeit an anderer Stelle. Denn ein Durchsuchen von Mail-Verläufen und Dokumenten entfällt, wenn man die Notizen immer parat hat.
Das mindert den Arbeitsstress und sorgt für ein besseres Zeitmanagement. 

 

Filtern: Nur das Wesentliche wird aufgeschrieben 

Einer Studie zufolge fördert das Mitschreiben per Hand die Informationsverarbeitung, da man aus Zeitgründen die Informationen meist filtert, reflektiert und in eigenen Worten zusammenfasst. Heißt aber auch, dass Mitschreiben allein nicht ausreicht. Sondern mitgedacht werden muss.

Beim Tippen hingegen ist man wesentlich schneller und neigt dazu, ganze Sätze und Formulierungen 1:1 mitzuschreiben. Dabei werden wir kaum zum Nachdenken angeregt und die Informationen bleiben nicht so gut in unserem Gedächtnis hängen. Aber genau das sollen sie doch.

 

Notizen machen: Von der Hand in den Kopf

Für handschriftliche Notizen braucht man zwar länger, aber genau das führt dazu, dass sie effektiver sind. Es ist einem einfach nicht möglich so schnell zu schreiben, wie wir zuhören. Wenn man Notizen handschriftlich macht, müssen sie gefiltert werden: Was ist wichtig, was nicht? Mitschreiben bedeutet also auch immer auswählen. Es muss Sinnvolles von von weniger Sinnvollem, Wichtiges von weniger Wichtigem und Unwichtigem unterscheiden. Die Quintessenz soll herausgearbeitet werden.

Das läuft im Gehirn alles parallel ab. Deutlich mehr Bereiche werden bei handschriftlichen Notizen im Gehirn stimuliert. Die Verbindung von Inhalt und Bewegung hinterlässt eine Art Erinnerungsspur.  Das Handschreiben verkoppelt die kognitive Fähigkeit des Lesens mit einer feinmotorischen Tätigkeit. Denn die die Hand „malt“ dabei jeden einzelnen Buchstaben. Für das Gehirn ist das ein komplexer Vorgang.  Das wiederum führt dann zu einer stärkeren Vernetzung der Informationen, was wiederum dazu führt, dass man die Informationen länger im Gedächtnis behalten kann. Und: Die Vernetzung der Informationen sorgt für neue Impulse und Ideen. Beim Schreiben kommt man auf neue Einfälle, beim Lesen der Notizen ergeben sich neue Gedankengänge – vorausgesetzt, wir haben Zeit und Muße, sich mit den handschriftlichen Notizen auch auseinanderzusetzen. 

"Wenn wir tippen, versuchen wir alles wortwörtlich unterzukriegen. Wir haben aber nicht unbedingt verstanden, was wir da tippen. Wir haben uns keine Gedanken dazu gemacht." Henning Beck, Neurowissenschaftler

 

Hinzu kommt, dass einem bei der Arbeit am Laptop meist Push-Mitteilungen angezeigt werden, gleiches gilt für das Smartphone. Wenn auch unbewusst, schweift der Blick einmal kurz hin und man liest, was da geschrieben wurde. Die Ablenkung vom Wesentlichen ist im Arbeits- und Uni-Alltag kaum zu vermeiden. Es sei denn, man lässt sich nicht ablenken und konzentriert sich auf das Notizen-Machen.


Notizen leichter gemacht:
zwei Methoden 

Es gibt ganz unterschiedliche Notiz-Methoden. Hier einmal zwei Beispiele.

 

Notizen machen: Die Cornell-Methode 

Das Notizblatt wird bei dieser Methode in drei Bereiche geteilt. Im linken Feld finden sich deine Fragen und Überschriften. Rechts werden die jeweiligen Stichpunkte notiert. Im unteren Block erfolgt die Zusammenfassung der Seite.

Notizen machen: 3-Spalten-Methode

Bei dieser Methode ist das Notizblatt ebenfalls in drei Teile unterteilt. Im linken Bereich wird ein Inhaltsverzeichnis geführt. Mittig notierst du deine Schlagworte. Im rechten Block besteht die Option für eigene Anmerkungen.

Hallo Stift und Papier! 

In der nächsten Vorlesung oder im nächsten Meeting greifst du also zu Stift und Papier und schreibst selbst, gleiches gilt für die To-Do-Liste am Morgen.

Noch ein paar Tipps für handschriftliche Notizen: 

- Die Verwendung von unterschiedlichen Farben, macht es leichter am Ende einen Überblick zu behalten. 

  1. Eine Farbe dient zur Markierung der Notizen im Zuge des Meeting, des Vortrags. Diese Farbe sagt: Hierbei handelt es sich um Notizen. Klingt banal, ist aber für unser Gehirn äußerst hilfreich.
  2. Eine weitere Farbe dient zur Vorbereitung: Welche Fragen willst du unbedingt geklärt wissen, was für Informationen willst du aus dem Meeting oder dem Vortrag für dich behalten? Welche Infos sind besonders wichtig und verlangen sofort deine Aufmerksamkeit? Diese Farbe gibt Hinweise auf die Relevanz und Wichtigkeit der Informationen.
  3. Eine weitere Farbe für Notizen und Informationen, die im Nachhinein hinzugefügt oder ergänzt werden. Hieraus ergeben sich To-Dos für die Nachbereitung. Etwa ein Protokoll oder eine Dokumentation.

- Nutzung von Abkürzungen, Symbolen, Stichworten und kurzen Sätzen. Auch Grafiken sind möglich. Beispielsweise, um komplexe Zusammenhänge darzustellen.

- Für den Fall, dass Notizen undeutlich oder unklar geschrieben wurden, sollten diese möglichst fix überarbeitet werde. Denn sonst hat man die meisten Informationen schon wieder irgendwie, irgendwo, irgendwann vergessen.

- Sobald ein neues Thema begonnen wird: Absatz machen, Linie ziehen oder ein neues Blatt Papier verwenden. So werden die Themen deutlich voneinander getrennt. Diese Strukturhilfen erleichtern die Informationsaufnahme und -verarbeitung enorm. 

 

 

 

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