MHD oder Mindesthaltbarkeitsdatum - was du über die Haltbarkeit von Lebensmitteln wissen solltest

Kann Schokolade schlecht werden? Wann muss das Bier der letzten WG-Party verbraucht werden? Und worauf sollten Konsumenten achten, wenn es um das Mindesthaltbarkeitsdatum und die Haltbarkeit von Lebens- und Genussmitteln geht? Für die wenigsten ist die erste Frage relevant, weil Schoki einfach immer zu schnell im Bauch landet. Yummy. Aber für die meisten dürften die beiden anderen Fragen von Bedeutung sein. Denn fast jedes Lebensmittel hat auch eine maximale Haltbarkeit und die sollte tatsächlich nicht überschritten werden.

Mindesthaltbarkeit und sachgerechte Lagerung von Lebensmitteln

Aber, aber: Haltbarkeit? Was soll das denn heißen? Sprechen wir nicht vom MHD? Oder vom Verfallsdatum? Oder vom Verbrauchsdatum? Schnell ist die Verwirrung perfekt. Um etwas Klarheit in die ganze Sache zu bringen, müssen wir drei Begriffe voneinander unterscheiden:

  • Mindesthaltbarkeit
  • Verfallsdatum
  • Verbrauchsdatum

Der erste wichtige Unterschied bei diesem Thema ist dieser: Das Mindesthaltbarkeitsdatum, angegeben mit “Mindestens haltbar bis ...” auf der Verpackung, ist nicht das Verfallsdatum. Aber was ist dann das MHD? Das MHD ist gewissermaßen eine Garantie der Hersteller, dass das Lebensmittel bei sachgerechter Lagerung bis zu dem angegebenen Zeitpunkt nichts an Qualität und Geschmack einbüßt. Ist das MHD noch nicht verstrichen, kann man das Lebensmittel ohne Bedenken konsumieren und genießen.

Dass die Hersteller ein MHD angeben, hat einen einfachen Grund: Es ist gesetzlich vorgeschrieben. Das MHD gehört zur sogenannten Kennzeichnungspflicht von Fertigverpackungen, die es seit den Achtziger Jahren gibt. Diese Kennzeichnungspflicht gilt EU-weit auch für kosmetische Produkte, die nicht länger als 2,5 Jahre haltbar sind, und für Medikamente. Gesetzlich ist das MHD zwar einheitlich geregelt, aber die Festlegung dieses Datums liegt bei den Herstellern. So kommt es vor, dass ähnliche Produkte unterschiedliche MHDs haben. Puh, noch mehr Verwirrung auf der Seite der Konsumenten.

Sachgerechte Lagerung heißt in diesem Zusammenhang, dass die Kühlkette nicht unterbrochen beziehungsweise die ideale Lagertemperatur eingehalten wird. Bei leicht verderblichen Lebensmitteln ist die sachgerechte Lagerung besonders wichtig, aber auch bei anderen Lebensmitteln wie Reis oder Kartoffeln sollte man darauf achten, dass sie kühl, dunkel und trocken gelagert werden. Tipps zur richtigen Lagerung von Lebensmitteln gibt es beim Bundeszentrum für Ernährung (BZfE).

Ein Verfallsdatum wird nicht auf Verpackungen angegeben

Der Gegensatz zum MHD ist das Verfallsdatum. An diesem Punkt sind Lebensmittel nicht mehr genießbar. Sie setzen Bakterien an, liegen auf der faulen Haut, verändern ihre Konsistenz und ihre Aromen. Zu guter Letzt vergammeln sie und es entstehen kleine Parallelwelten aus Schimmelpilzen und Bakterien. “Pfui, bah, schmeiß das weg” - hört man dann häufig. Ok, das klingt jetzt dramatisch, aber tatsächlich gibt es einige Lebensmittel, die Gifte entwickeln, wenn sie beispielsweise durch eine nicht sachgerechte Lagerung verfallen. Fleisch in der Plastikverpackung einfach in der Küche liegen lassen? Niemals! Zu den leicht verderblichen Lebensmitteln zählen in erster Linie Fleisch, Fisch und Krustentiere, aber auch Milchprodukte wie Joghurt oder Quark. Ist das MHD bei diesen Produkten überschritten, ist ein Riech- und Geschmackstest die erste Wahl. Aber eine Angabe des Verfallsdatums wird niemand finden. Stattdessen geben das MHD und ein Verbrauchsdatum den Rahmen vor. Und der reicht für eine Bewertung der Haltbarkeit durch Verbraucher völlig aus. Vor allem kommt es aber darauf an, dass Lebensmittel richtig gelagert werden.

Was hat es mit dem Verbrauchsdatum auf sich?

Bei Fleischprodukten wird zusätzlich zum MHD noch das Verbrauchsdatum angegeben. Denn bestimmte Produkte wie Hackfleisch oder Geflügel sind mikrobiologisch leicht verderblich. Das Verbrauchsdatum soll verhindern, dass leicht verderbliche Produkte zu einer Gefahr für die Gesundheit werden. Deshalb sollte es stets beachtet werden. Ohnehin ist es empfehlenswert, Fleisch- und Fischprodukte frisch zuzubereiten - so verhindert man einen Lebensmittelskandal in der heimischen Küche schon im ‘Keim’.

Weil diese feinen Unterschiede zwischen MHD, Verfallsdatum und Verbrauchsdatum oft nicht hinlänglich bekannt sind, reagieren die meisten Verbraucher so: Ist das MHD überschritten, wandert das Lebensmittel in den Müll. Der Grund: Das MHD wird mit dem Verfallsdatum gleichgesetzt. Wie oben bereits erklärt, ist das schlichtweg falsch. Zu Recht reagieren Lebensmittel-Experten auf dieses Verhalten mit Kopfschütteln: Denn das Mindesthaltbarkeitsdatum kann zu Lebensmittel-Verschwendung führen und tut dies in vielen Fällen auch. Zu schnell werden Lebensmittel in Deutschland weggeschmissen und zwar solche Lebensmittel, die noch absolut in Ordnung und genießbar sind.

Nun wisst ihr Bescheid über das MHD und wie man mit leicht verderblichen Lebensmitteln am besten umgeht. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch Lebensmittel, die fast nie verderben. Die folgende Liste gibt euch einen kleinen Überblick.

Lebensmittel, die (fast) ewig halten, wenn sie sachgerecht gelagert werden:

  • Honig
  • Reis
  • Weißweinessig
  • Zucker
  • Salz
  • Wasser in Glasflaschen
  • Schnaps
  • Ahornsirup
  • Maisstärke